Handlungsfeld: Bewegen
Herbst 2025

„Für mich ist Genossenschaft die klügste Antwort auf ein großes Problem unserer Zeit.“

Moin Felix, schön, dass Du heute selbst mal auf der anderen Seite sitzt! Sonst führst du viele Interviews, heute wirst du interviewt. Sag mal, seit wann bist Du beim BVE – und was machst Du hier genau?

Ich bin jetzt seit fast fünf Jahren dabei. Im September steht mein kleines Jubiläum an – ich habe 2020 beim BVE angefangen. Damals kam ich gerade von einer Weltreise zurück – mitten in der beginnenden Corona-Zeit. Ich habe mich dann relativ entspannt nach einem Job umgeschaut, der sinnstiftend ist und Spaß macht. Und hier hatte ich von Anfang an einfach den besten Eindruck.

Und jetzt machst Du mit und bei uns Kommunikation?

Genau, mit Dir zusammen, liebe Kathi! Ich arbeite in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – ein richtig buntes Feld. Intern gehören zum Beispiel unser Mitarbeitenden-Newsletter oder auch das GemeinsamZeit-Angebot dazu, bei dem wir mit vielen Kolleg:innen sportliche oder kulturelle Sachen organisieren – von Basketball bis Museumsbesuch oder auch mal eine Brauereiführung.
Extern sind es dann Dinge, die unsere Mitglieder hoffentlich kennen: unser Mitgliedermagazin BVE aktuell, der Jahresbericht, unsere Webseite, der digitale Mitgliedernewsletter – aber auch so etwas wie ein Bauschild, wenn irgendwo ein neues Projekt startet. Im Grunde alles, was nach außen sichtbar ist, läuft über unsere Tische – mit etwas externer Unterstützung hier und da.

Also: Du steckst fast überall mit drin, was man vom BVE so mitbekommt. Was hat Dir in den letzten Jahren denn besonders viel Spaß gemacht?

Ganz klar: unser Jubiläumsjahr 2024. Da wurde der BVE 125 Jahre alt – und wir haben im Juli eine große Mitgliederfeier auf dem Gelände der Trabrennbahn in Bahrenfeld organisiert. Mit einem alten Jahrmarkt, tollen Aktionen und ganz unterschiedlichen Gästen: Familien, Alleinstehende, Jüngere, Ältere – wirklich alle waren da. Und die Stimmung war einfach großartig. Für mich ist das im Rückblick definitiv mein Lieblingsprojekt.

Was bedeutet es Dir, bei einer Genossenschaft zu arbeiten?

Sehr viel. Ich finde, wir arbeiten hier an einem der größten städtischen Probleme überhaupt: bezahlbarer Wohnraum. Das höre ich auch im Freundeskreis ständig – viele suchen, viele wollen in der Stadt bleiben, aber es ist einfach schwierig.

Und je mehr ich über die genossenschaftliche Idee weiß – zum Beispiel, dass wir ein eigenes Sozialmanagement haben und Menschen auch wirklich unterstützt werden, wenn sie Hilfe brauchen – desto überzeugter bin ich davon. Das ist viel mehr als das, was ein normaler Vermieter tut. Für mich ist Genossenschaft die klügste Antwort auf ein großes Problem unserer Zeit.

Klingt, als hättest Du hier Deine Werte wiedergefunden. Was macht Dich denn außerhalb des BVE glücklich?

In erster Linie meine Familie. Meine Eltern, meine Schwester mit ihren drei Kindern, meine Freundin und unser kleiner Sohn – das ist mein Zentrum. Es ist nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bekommen, aber es ist das Schönste, Zeit mit ihnen zu verbringen.

Und fast genauso wichtig sind mir meine Freund:innen. Viele begleiten mich schon lange durchs Leben – von der Schulzeit über Studium bis heute. Wir sind zusammen durch viele Phasen gegangen: Klausuren, Abizeit, erste Wohnungen, erste Jobs, jetzt Familienplanung. Dieser Austausch gibt mir unglaublich viel Kraft.

Und wenn Du mal nicht mit Menschen zusammen bist?

Dann bin ich auf dem Tennis- oder Fußballplatz. Ich mache super gerne Sport – rein freizeitmäßig, aber durchaus ambitioniert. Außerdem fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit – von Eimsbüttel nach Iserbrook. Nicht die schönste Strecke, aber ich genieße es trotzdem total, morgens schon draußen zu sein und mich zu bewegen, bevor ich am Schreibtisch sitze.

Du hast es vorhin kurz erwähnt – vor Deinem Start beim BVE warst Du auf Weltreise. Hast Du davon noch etwas offen?

Oh ja. Wir waren damals in Südamerika, Australien und Neuseeland – und wollten danach eigentlich noch nach Südostasien. Vietnam, Thailand, Laos, Kambodscha… Das fiel dann wegen Corona aus, und weil wir danach direkt wieder ins Arbeitsleben gestartet sind, haben wir es bis heute nicht nachgeholt. Aber das steht ganz fest auf dem Plan. Bald sind wir als Familie zu viert, das wird natürlich anders als früher, aber wir wollen das unbedingt noch erleben – solange wir uns noch als jung und abenteuerlustig bezeichnen können!

Was reizt Dich am Reisen besonders?

Die Begegnung mit anderen Kulturen. Ich war zum Beispiel mal in Sri Lanka – und war total beeindruckt. Der Lebensstandard ist natürlich anders als bei uns, aber die Menschen dort wirkten trotzdem sehr zufrieden – und vor allem unglaublich herzlich.
Solche Eindrücke bleiben viel mehr hängen als irgendein Tempel oder eine Sehenswürdigkeit. Und sie schärfen auch das eigene Bewusstsein. Ich denke dann oft: Die Welt ist so unfassbar schön – wir sollten alles dafür tun, sie zu schützen. Auch deshalb finde ich es gut, dass wir beim BVE konkrete Ziele zur CO₂-Reduktion haben. Der Weg ist lang, ja – aber der Wille zählt. Und der ist da.

Du hast nebenher auch ein spannendes Ehrenamt – magst Du davon noch erzählen?

Klar! Ich mache seit über zwölf Jahren ein Ehrenamt beim HSV. Ich kommentiere dort die Heimspiele für Menschen mit Sehbehinderung. Die sitzen im Stadion und bekommen über Kopfhörer von uns geschildert, was genau auf dem Feld passiert – wer wo ist, ob es gefährlich wird, ob ein Tor fällt.
Das ist eine richtig schöne Gemeinschaft, man kennt sich, fachsimpelt zusammen, quatscht in der Halbzeit – das ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ich mache das total gern, nicht nur als Fan, sondern weil’s einfach ein sehr besonderes Miteinander ist.

Felix, danke für Deine Offenheit – und für alles, was Du beim BVE sichtbar machst!

Danke Dir, Kathi!