Auf dem Weg zur Klimaneutralität Unsere CO2-Bilanz 2024
Wie viel CO2 entsteht durch den Energieverbrauch in unseren Gebäuden? Welche Fortschritte konnten wir bereits erzielen – und wo liegen die Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität? Antworten auf diese Fragen liefert jedes Jahr unsere CO2-Bilanz – ein wichtiges Steuerungsinstrument in der Weiterentwicklung unserer Klimastrategie.
60 Prozent weniger CO2-Emissionen als 1990
Im Jahr 2024 konnten wir die CO2-Emissionen für Raum-wärme und Warmwasser um 60,16 Prozent im Vergleich zum Ausgangsjahr 1990 senken. Das zeigt, dass unsere Investitionen in klimafreundliche Technologien und die kontinuierliche Optimierung des Energieverbrauchs Wirkung zeigen.
Die sogenannten spezifischen Emissionen, also der CO2-Ausstoß pro Quadratmeter beheizter Fläche, lagen 2024 bei 20,47 Kilogramm CO2 pro m² und Jahr (klima-bereinigt). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein leicht höherer Wert (2023: 19,49 kg CO2/m²a). Der Grund dafür liegt jedoch nicht in einem erhöhten Verbrauch, sondern in der sogenannten Klimabereinigung: Um einen Vergleich zwischen Jahren mit unterschiedlicher Witterung zu ermöglichen, werden die Energieverbräuche auf ein durchschnittliches Klima umgerechnet. So führen milde Winter – wie zuletzt in 2023 und 2024 – nicht zu einer verzerrten Darstellung der Werte.
Fernwärme als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Ein zentrales Element unserer Klimastrategie ist das Hamburger Fernwärmenetz. Als zentral gesteuertes Versorgungssystem bietet es ein großes Potenzial zur Energieversorgung großer Gebäudebestände. Die Hamburger Energiewerke haben bereits ambitionierte Fahrpläne zur CO2-Reduktion vorgelegt:
Sie planen, den Anteil erneuerbarer Energien im Fernwärmenetz ab 2026 deutlich zu steigern. Bereits bis 2030 soll keine Kohle mehr im Fernwärme-Mix verwendet werden, und bis spätestens 2045 strebt die Stadt eine vollständig erneuerbare Fernwärmeversorgung an. Für uns als Genossenschaft bedeutet das: Wir planen in unseren energetischen Planungskonzepten gezielt mit der Integration von Fernwärme. Durch den Anschluss an ein zunehmend nachhaltiger werdendes Netz können wir erhebliche CO2-Einsparungen realisieren – ohne an jedem Standort eigenständige Systeme installieren zu müssen.
In den nächsten Jahren sind hier über 3.000 Wohneinheiten in der Umsetzungsplanung.
Auch die CO2-Kosten steigen
Neben den ökologischen Aspekten spielt auch die wirtschaftliche Seite eine zunehmende Rolle. Durch die schrittweise steigende CO2-Bepreisung entstehen zusätzliche Kosten. Der CO2-Preis liegt aktuell bei 45 Euro pro Tonne und steigt 2025 auf 55 Euro. Ab 2027 wird die Preisbildung vollständig dem Markt überlassen. Ein starker Anstieg der Gaspreise ist dadurch möglich. Im Jahr 2024 beliefen sich die CO2-Kosten für unseren Bestand auf rund 1 Million Euro. Diese Summe verdeutlicht, wie wichtig es ist, weiterhin konsequent in CO2-arme Energieversorgung zu investieren – um Umwelt und Mitglieder gleichermaßen zu entlasten.
Ein Instrument mit Weitblick
Die jährliche CO2-Bilanz ist für uns mehr als ein Bericht. Sie ist ein wichtiges Werkzeug, um die Wirkung einzelner Maßnahmen datenbasiert zu steuern, Fortschritte sichtbar zu machen und neue Potenziale zu identifizieren. Sie hilft uns, Schritt für Schritt unserem Ziel näher-zukommen: einem klimaneutralen Gebäudebestand – spätestens bis 2045.
Mit dem Volksentscheid vom 12. Oktober 2025 ist dieser Zeitrahmen jedoch deutlich enger geworden: Hamburg hat beschlossen, bereits bis 2040 klimaneutral zu werden. Für uns bedeutet das: weniger Zeit für Planung und Umsetzung, aber auch eine klare politische Rich-tung. Umso wichtiger wird es, vorausschauend zu handeln, kluge Investitionen zu tätigen – und dabei unsere genossenschaftlichen Grundwerte zu wahren.
Was genau dieser Beschluss für unsere künftige Strategie bedeutet, werden wir in den kommenden Monaten gemeinsam analysieren, diskutieren und weiterentwickeln.