Handlungsfeld: Bauen
01/2026

Modernisieren mit Weitblick: Wie wir unseren Bestand für kommende Generationen entwickeln

Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Bestandes unserer Genossenschaft ist eine der zentralen Aufgaben des Bauverein der Elbgemeinden eG. Für unsere Mitglieder bedeutet sie weit mehr als bauliche Veränderungen: Sie ist ein elementarer Bestandteil des genossenschaftlichen Generationenvertrags. Heute zu investieren heißt, auch morgen und übermorgen gutes, sicheres und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen.

Unsere Verantwortung endet nicht beim aktuellen Zustand der Gebäude. Sie reicht weit in die Zukunft – zu den Menschen, die in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren in unseren Quartieren leben werden. Deshalb denken wir Modernisierung nicht punktuell, sondern ganzheitlich: über viele Quartiere hinweg, abgestimmt auf unterschiedliche Bedarfe und mit Blick auf langfristige Wirkung.

Klimaneutralität durch kluge Systeme und langfristige Investitionen

Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht ein klares Ziel: ein klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Zieljahr. Um dieses Ziel zu erreichen, investiert der BVE erhebliche finanzielle Mittel in Instandhaltung und Modernisierung – und das trotz deutlich steigender Bau- und Modernisierungskosten.

Bis zum Jahr 2045 plant der BVE weitere und zusätzliche Investitionen in einer Größenordnung von rund 1 Milliarde Euro. Diese Summe verdeutlicht, welchen Stellenwert die Entwicklung unserer Quartiere für die Genossenschaft hat. Der wichtigste Hebel dabei ist die klimaneutrale Energiezuführung, insbesondere über die Fernwärme. Welche Rolle dieses System für unsere Quartiere spielt, zeigt der Fernwärme-Artikel in dieser Ausgabe.

Ergänzt wird dieser Ansatz durch intelligente Quartierslösungen, bei denen verschiedene Maßnahmen sinnvoll ineinandergreifen. So entstehen Synergien, die sowohl dem Klima als auch unseren Mitgliedern zugutekommen – etwa durch stabile Versorgung, zukunftssichere Technik und langfristige Planungssicherheit.

Tinnumer Weg: Großprojekt mit Lerncharakter

Eine zentrale Rolle spielt das Großprojekt am Tinnumer Weg. Es ist die bislang größte Modernisierungsmaßnahme des BVE und befindet sich weiterhin in der Bauphase. 2026 beginnen die Arbeiten an der Gebäudehülle, parallel schreiten die Maßnahmen im Inneren der Gebäude voran.

Besonders wichtig ist dieses Projekt jedoch nicht nur wegen seines Umfangs, sondern wegen der Erfahrungen, die hier gesammelt werden. Planung, Bauabläufe, technische Lösungen und die Kommunikation mit den Mitgliedern werden hier intensiv erprobt und weiterentwickelt. Die positiven Rückmeldungen zu den neuen Bädern und Küchen zeigen, wie wichtig eine transparente Begleitung während der Bauphase ist.

Die Erkenntnisse aus dem Tinnumer Weg fließen direkt in die Vorbereitung weiterer Großprojekte ein. Ziel ist es, Abläufe zu optimieren, Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner weiter zu reduzieren und die Qualität der Maßnahmen kontinuierlich zu steigern.

Viele Maßnahmen – im gesamten Bestand

Neben den großen Projekten setzt der BVE zahlreiche weitere Maßnahmen in vielen Quartieren um – quer durch den gesamten Bestand. Sie reichen von gezielten Instandhaltungen bis hin zu vorbereitenden Modernisierungsschritten und tragen dazu bei, Gebäude Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Wohnanlagen mit hohem Energieverbrauch. Gebäude der Energieeffizienzklassen G und H sollen mit Nachdruck in deutlich bessere Effizienzstufen überführt werden.

Verantwortung heute – Sicherheit für morgen

Modernisieren bedeutet beim BVE mehr als Bauen. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für den Bestand, für die Mitglieder von heute und für kommende Generationen. Durch vorausschauende Investitionen, kluge Energieentscheidungen und lernende Projekte wie am Tinnumer Weg stellen wir sicher, dass unsere Quartiere auch langfristig lebenswert, bezahlbar und klimafreundlich bleiben.

Über alle Maßnahmen informieren wir unsere Mitglieder selbstverständlich frühzeitig und transparent – denn genossenschaftliche Entwicklung gelingt nur im gemeinsamen Dialog.