Finke geht durchs Quartier
Es ist Samstagnachmittag, ich stehe mit Blick auf unser schönes Objekt Fischmarkt 17 auf dem leicht abschüssigen Marktplatz und schaue mir die Zweitliga-Fußballergebnisse auf meinem Handy an. Die Tabelle führt zurzeit Schalke vor Paderborn. Das freut mich, erinnert mich auch daran, dass ich mich mit einer Dose Effect-Energy-Drink, Typ Habibi-Berry, übrigens hergestellt von einem Paderborner Mittelständler, stärken wollte, um meinen Quartiersspaziergang zu starten. Gekauft habe ich die Dose bereits, schmeckt furchtbar. Es gab nichts anderes, nur noch Coconut-Blueberry! Wer trinkt das alles freiwillig?
Genug des Productplacements, ich gehe durch die winzig kleine Straße Komödienstieg Richtung Königstraße. Sympathische, kleine Straßen, eine angenehme und freundliche Bebauung, hier ist abseits der Hauptverkehrsachsen ein friedliches Wohnen möglich.
Rund um die S-Bahn-Station Königstraße finden sich Relikte vergangener Zeiten. Dort gab es einmal den Heilig-Geist-Kirchhof mit angeschlossenem Friedhof, der wiederum zu St. Trinitatis gehörte. Das Stift gibt es schon lange nicht mehr, es wurde 1880 wegen Baufälligkeit abgerissen, die Bomben des zweiten Weltkriegs haben vom Rest auch nicht viel Substanz übriggelassen. Der Friedhof wurde entwidmet, ein öffentlicher Park realisiert, es finden sich noch historische Grabsteine dort, ansonsten eine nicht unbedingt geglückte S-Bahn-Station.

Ich gehe die Königstraße hinunter, erfreue mich an den größeren, im luftigen Stil der frühen Sechzigerjahre gebauten Wohngebäuden und biege links in die Mörkenstraße ein. Wenige Meter weiter treffe ich auf den Eschelsweg, und hier findet sich das Esche Jugendkunsthaus. Es bietet seit 2016 kostenlose Kreativkurse für Kinder und Jugendliche an. Dazu gehören Graffiti und Manga, Breakdance und K-POP, Gesang, Rap, Film und mehr. Auch andere gemeinnützige Einrichtungen aus Hamburg finden in der Esche Räume für ihre kulturelle Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Die BVE Kids Kindergenossenschaft war auch schon dort! Initiiert wurde das Jugendkunsthaus von einer Hamburger Unternehmerfamilie, die in der Esche ihr zivilgesellschaftliches Engagement lebt und gemeinsam mit anderen Verantwortung für unsere Stadtgesellschaft übernehmen möchte. Das ist absolut lobenswert – klasse! Es wird aber auch erwartet, dass nach dem Solidaritätsprinzip die Eltern, die sich für ihre Kinder eine Kunstschule leisten könnten, die Esche mit einer regelmäßigen Spende unterstützen.
Jetzt mache ich einen kurzen Halt bei IKEA, nutze das gut frequentierte Restaurant und genieße das recht preisangemessene Speisenangebot. Schon wieder Productplacement, ich weiß, aber IKEA ist in Altona nicht zu übersehen. Das Möbelkaufhaus hat auch dafür gesorgt, dass die seinerzeit im Niedergang feststeckende Einkaufsstraße Große Bergstraße wieder neu floriert. Das Unternehmen gehört mit seinem Restaurantangebot zu den zehn wirklich großen namhaften Systemgastronomen in Deutschland und der Welt. So gehen beispielsweise 80 Milliarden Hotdogs weltweit über die Theke – eine unvorstellbare Zahl.
Mein Weg geht weiter durch die Lornsenstraße, Schomburgstraße, Hospitalstraße, Virchowstraße in Richtung Thedestraße. Überall hier besitzt der BVE Wohnungen. Die Bebauung ist sehr unterschiedlich, von der Nachkriegszeit über die 80er- und 90er-Jahre. In der Hospitalstraße, Thadenstraße und Thedestraße finden sich Neubauten, die erst vor kurzem erstellt worden sind. Insgesamt reden wir in Altona-Altstadt über mehr als 740 BVE-Wohnungen. Ein sehr attraktives Quartier an der Schnittstelle zwischen Eimsbüttel, St. Pauli und Ottensen. Nichts ist wirklich weit weg, die Infrastruktur hervorragend.

Was ich wirklich mag, ist die von einem benachbarten Wohnprojekt aufgestellte Kunst im öffentlichen Raum in der Chemnitzstraße. Diese gibt es dort schon sehr lange, die Figuren werden regelmäßig gepflegt, manchmal ausgetauscht, aber anscheinend allgemein respektiert, Zerstörung habe ich noch keine wahrgenommen.
Ich gehe weiter Richtung Suttnerstraße und bin jedes Mal fasziniert, wie schön unsere Häuser hier zwischen der sogenannten Verbindungsbahn und der stark frequentierten Holstenstraße liegen. Eigentlich ein Kleinod, wenn die aktuelle Szene mit Alkohol- und Drogenproblematik nicht wäre. Wir wissen, der Bezirk und auch die Straßensozialarbeit geben – in Kooperation mit der benachbarten Christusgemeinde – ganz bestimmt ihr Bestes, aber es ist schon manchmal störend, an den lautstark Diskutierenden und nicht immer sehr feinfühlig Agierenden vorbeigehen zu müssen.
Für mich ist heute Ende des Spaziergangs am S-Bahnhof Holstenstraße.
Herzlich
Ihr Peter Finke