BVE
Jahresbericht
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Handlungsfeld: Bewegen
Januar 2026

Arbeiten beim BVE »Wir möchten ein Unternehmen sein, bei dem man sich wohlfühlt«

Der Fachkräftemangel ist auch beim BVE spürbar – doch die Genossenschaft reagiert mit neuen Ansätzen der Personalsuche, viel Kommunikation und engem Austausch. Sönke Petersen, Leiter des Bereichs Menschen & Kommunikation, erklärt, wie der BVE trotz veränderter Erwartungen erfolgreich Personal gewinnt und Mitarbeitende langfristig bindet. 

Inwiefern spüren Sie beim BVE den Fachkräftemangel? 

Sönke Petersen: Das Thema beschäftigt uns auch. Zwar erhalten wir dank unserer „Karriere-Offensive“ der letzten Jahre immer noch deutlich über 1.000 Bewerbungen – je ausgeschriebener Stelle über 100 Bewerbungen durchschnittlich – pro Jahr, aber die Qualität hat abgenommen. Viele Bewerbungen sind unvollständig oder zeigen, dass sich die Menschen nicht mit dem BVE auseinandergesetzt haben. Das bedeutet: Früher hatten wir mehr gute Bewerbungen, aus denen wir auswählen konnten. Unabhängig davon ist es uns aber bisher immer gelungen, die Stellen erfolgreich zu besetzen – auch wenn wir manchmal einen längeren Atem gebraucht haben. Das spricht auch für unsere Attraktivität als Genossenschaft und Arbeitgeber in Hamburg. 

Was macht eine gute Bewerbung für Sie aus? 

Ehrlich gesagt: die Basics. Die Unterlagen als PDF, ein ordentlicher Lebenslauf, ein aussagekräftiges Anschreiben, Zeugnisse – und ein erkennbarer Bezug zum BVE. Das klingt simpel, aber genau daran fehlt es häufig. Viele Bewerbungen wirken so, als wären sie parallel an diverse weitere Unternehmen geschickt worden. Wer sich hingegen wirklich mit uns beschäftigt und das in seiner Bewerbung deutlich macht, fällt positiv auf. 

Welche Positionen sind besonders schwer zu besetzen? 

Im handwerklichen Bereich ist es traditionell schwierig. Ansonsten ändert es sich ständig: Früher waren technische Stellen – also Architekten und Ingenieure – die größte Herausforderung. Heute finden wir in dem Bereich wieder besser Mitarbeitende. Dieses Jahr hatten wir zum Beispiel eher mal Mühe, Mitarbeitende für die Vermietungsabteilung zu finden – ein Bereich, der traditionell eigentlich sonst sehr beliebt ist. Gleichzeitig haben wir für eine anspruchsvolle Leitungsposition in der Unternehmensentwicklung und Digitalisierung viele sehr gute Bewerbungen erhalten. 

Wie gehen Sie vor, wenn eine Suche stockt? 

Wir arbeiten immer sehr eng mit dem jeweiligen Fachbereich und der Unternehmenskommunikation zusammen. Wenn die Suche stockt, setzen wir uns zusammen, prüfen die Kommunikationskanäle und überlegen gemeinsam, was wir ergänzen können. Immer häufiger integrieren wir Social Media, produzieren spontan kurze Videos mit eigenen Mitarbeitenden und schalten zielgerichtete Anzeigen. Manchmal reichen 15 Tage Instagram mit einem guten Clip, um die nötige Reichweite zu erzielen. Dieses schnelle und flexible Nachjustieren ist heute entscheidend. So konnten wir in diesem Jahr zum Beispiel fünf neu geschaffene Positionen im Serviceteam, drei Hausmeisterstellen und die Vakanzen in der Vermietung erfolgreich besetzen.

»Wir müssen uns kontinuierlich weiterentwickeln und regelmäßig anpassen – in der Personalarbeit, in der Führung und in unseren Prozessen« - Sönke Petersen

Das Recruiting ist das eine, die Mitarbeiterbindung das andere. Was unternimmt der BVE, um Mitarbeitende langfristig zu halten? 

Sönke Petersen: Wir bieten hier sehr gute Rahmenbedingungen – Tarifvertrag, 37-Stunden-Woche, 30 Tage Urlaub, flexible Arbeitszeiten, Weihnachts- und Urlaubsgeld, diverse Zuschüsse und einiges mehr. Das ist ein solides Fundament, aber das haben andere ggf. auch. Entscheidend ist das Miteinander.

Wir begleiten neue Kolleginnen und Kollegen sehr eng durch die ersten Monate, beispielsweise mit regelmäßigen Feedbackgesprächen nach einer Woche, drei, sechs und zwölf Monaten. Wir bieten Probetage vor der Einstellung an, damit beide Seiten ein realistisches Bild bekommen und sich besser kennenlernen.

Und wir setzen bewusst auf Begegnung und Kommunikation, zum Beispiel durch die »GemeinsamZeit«, unser Intranet, Newsletter und das neue Format »BVE Impulse«: Viermal im Jahr treffen sich alle Mitarbeitenden. Die unterschiedlichen Bereiche können Projekte vorstellen und erzählen, woran sie gerade arbeiten. Das vertieft das Verständnis füreinander und schafft die Möglichkeit zum Austausch abseits vom Tagesgeschehen. 

All das sind gute Impulse. Aber natürlich gibt es auch beim BVE immer Dinge, die man noch verbessern könnte.  

Wie haben sich die Erwartungen der Mitarbeitenden verändert? 

Deutlich. Früher reichte es, ein sicherer Arbeitgeber zu sein. Heute erwarten die Menschen Beteiligung, Flexibilität, moderne Prozesse und echte Entwicklungsmöglichkeiten. Die jüngeren Generationen treten zudem oft selbstbewusster auf. Sie wünschen sich noch stärker sinnstiftende Aufgaben, digitale Prozesse, flache Hierarchien und echte Beteiligung. Genau daran arbeiten wir beim BVE miteinander – jeden Tag. 

Also muss sich auch der BVE verändern?  

Ja, wir müssen uns kontinuierlich weiterentwickeln und regelmäßig anpassen – in der Personalarbeit, in der Führung und in unseren Prozessen. Das tun wir auch. Was vor fünf Jahren funktioniert hat, funktioniert heute vielleicht nicht mehr so gut. Das betrifft sowohl die Suche als auch die Begleitung neuer Kolleginnen und Kollegen. Für uns ist das ein Ansporn: Wir möchten ein Unternehmen sein, bei dem man sich wohlfühlt, mitreden kann und gerne bleibt. Der BVE steht als Arbeitgeber für Verlässlichkeit, Gemeinschaft und Verantwortung – aber eben auch für Wandel und Offenheit.  

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