BVE
Jahresbericht
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Handlungsfeld: Bewegen
März 2025

Klimaheroes: Gemeinsam für den Klimaschutz

Gemeinsam mit vier anderen Wohnungsunternehmen erprobt der BVE smarte Thermostate in seinen Wohnanlagen. Sie sollen die Mieterinnen und Mieter beim Energiesparen unterstützen und den CO2-Ausstoß sowie die Heizkosten reduzieren. 

Die Idee für das Gemeinschaftsprojekt entstand 2023 beim „Sprint Break“ in Heiligenhafen, einer Innovationswerkstatt für die Wohnungswirtschaft. Einmal jährlich kommen dort verschiedene Kolleginnen und Kollegen aus den Wohnungsunternehmen zusammen und entwickeln gemeinsam innerhalb weniger Tage Lösungen für aktuelle Herausforderungen der Branche. In diesem Fall: Gemeinsam mit der Mieterschaft, mit unseren Mitgliedern, den Energieverbrauch in den Wohnungen senken.  

Durch Anpassung an die individuellen Lebensgewohnheiten helfen smarte Thermostate den Bewohnerinnen und Bewohnern viel Heizenergie zu sparen. Sie wirken viel unmittelbarer als jeder Flyer über das richtige Lüften und Heizen. Die Umsetzung ist einfach: Die Thermostate werden an den bestehenden Heizkörpern installiert und kommunizieren über das Internet. Die Mieter können ihren Verbrauch jederzeit einsehen und ihn besser regulieren.  

Das bedeutet: Klimaheroes sind zum einen die Vermieter, weil sie in den Wohnungen die technischen Voraussetzungen schaffen. Zum anderen sind es vor allem, dann auch die Mieter, die ihr Heizverhalten beobachten und nötigenfalls anpassen können.  

Fünf Wohnungsunternehmen, ein Ziel 

Nicht nur der BVE war von dieser Idee überzeugt. Auch die Wankendorfer Baugenossenschaft eG aus Kiel, das Wohnungsunternehmen Gundlach aus Hannover, das Wohnungsunternehmen Plambeck aus Norderstedt sowie die Hilfswerk-Siedlung aus Berlin wollten sie in die Tat umsetzen. Alle o.a. Projektpartner wählten mindestens 50 Wohnungen aus ihren Beständen aus, um sie mit dieser smarten Technik auszustatten. Die Verbräuche dieser Testhaushalte werden mit denen in baugleichen Häusern ohne die neuen Thermostate verglichen. »Diese Kontrollgruppe brauchen wir als Referenz, um die tatsächliche Einsparung messen zu können«, erklärt Jan Bernd Leffers, Leiter der Bestandsentwicklung (Neubau, Projekte) beim BVE.  

Um eine breite Vergleichsbasis zu haben, wählten die beteiligten Wohnungsunternehmen unterschiedliche Anbieter aus. Der BVE entschied sich für termios, ein Joint Venture des Messdienstleisters Oventrop und der Düsseldorfer LEG Immobilien SE, einem der größten Wohnungsunternehmen Deutschlands. »termios ist eine Entwicklung aus der Wohnungswirtschaft. Das hat uns überzeugt «, sagt Jan Bernd Leffers.  

Startschuss im Februar 2025 

Im Februar 2025 war es so weit. Die ersten smarten Thermostate wurden in neun BVE-Wohnanlagen, verteilt auf sechs Stadtteile, eingebaut. Insgesamt sind zunächst sogar 78 Wohnungen Teil des Projekts. »Wir haben uns bewusst für Häuser mit hohen oder mittleren Energieverbräuchen entschieden, weil wir davon ausgehen, dass wir hier die größte Wirkung erzielen können«, erklärt Jan Bernd Leffers die Auswahl.  

Dabei bleibt der Datenschutz immer gewahrt. »Uns interessiert nicht, wie viel der einzelne Haushalt verbraucht. Diese Daten bekommen wir gar nicht. Stattdessen schauen wir auf den Gesamtverbrauch der Häuser.« 

Die termios-Thermostate sind dank eingebauter intelligenter Sensorik in der Lage, Muster im Tagesablauf zu erkennen und die Raumtemperatur darauf auszurichten. Darüber hinaus können die Mieterinnen und Mieter der Testwohnungen ab Sommer jederzeit die Raumtemperatur und den Energieverbrauch über eine App auf dem Handy steuern. Ein angenehmer Nebeneffekt könnte dadurch entstehen, dass die neue Technik den hydraulischen Abgleich in den Häusern automatisch durchführen kann. Dies spart erstens Energie und zweitens Geld: Rund 700.000 Euro beabsichtigt der BVE 2025 für die Abgleiche der Heizungssysteme in den Beständen auszugegeben. 

 

Zielmarke von 10 Prozent 

Selbst wenn die Mieterinnen und Mieter keine individuellen Einstellungen über die App vornehmen, sinken Energieverbrauch und Heizkosten. Denn die Technik optimiert den Verbrauch automatisch – der Spareffekt tritt also in jedem Fall ein. Dennoch hängt der Erfolg des Projekts davon ab, dass alle Beteiligten ihren Beitrag leisten – Wohnungsunternehmen wie Mieterinnen und Mieter. »Nur gemeinsam können wir den CO₂-Ausstoß spürbar verringern. Dieses Verständnis von Gemeinschaft und Verantwortung prägt uns als Genossenschaft. Deshalb passt der Ansatz sehr gut zum BVE«, sagt Jan Bernd Leffers.  

Das Ziel ist eine Energieeinsparung von 10 Prozent. Allerdings wird der BVE die Heizperiode 2025 / 26 abwarten müssen, bis wirklich dann aussagekräftige Zahlen vorliegen. Hoffnung machen die Ergebnisse der Wankendorfer Baugenossenschaft aus einem ersten Pilotprojekt. Hier verringerte sich der Energieverbrauch in den Testhäusern um 10 bis 15 Prozent.  

Einladung an andere Wohnungsunternehmen 

Ob und wie der BVE die smarten Thermostate in seinem Bestand ausweitet, hängt von den Ergebnissen der kommenden Monate ab. Klar ist: Wenn sich das System bewährt, könnte es für Wohnungsunternehmen eine sehr gute Möglichkeit sein, den Heizenergieverbrauch mit einfachen Mitteln zu senken, dieses zu vertretbaren Kosten und mit Vorteilen für Mieter und Umwelt. Der BVE sowie die anderen beteiligten Unternehmen teilen deshalb gern ihre Erkenntnisse und laden andere Wohnungsunternehmen zum Mitmachen ein.  

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